Frauen sollen sich kümmern, Männer führen

Nicht selten wählen Jugendliche Berufswege, die ihnen vorgelebt werden und welche mit stereotypen Erwartungen an ihr Geschlecht verbunden sind: Von Mädchen und Frauen wird oft erwartet, sich „zu kümmern“ und zu assistieren, von Jungen und Männern eher Leitungspositionen zu übernehmen, im Handwerk oder in der Technik tätig zu werden. Dabei hat der Aspekt, dass bestimmte Berufe als „weiblich“ oder „männlich“ bzw. als „Frauenberufe“ oder „Männerberufe“ wahrgenommen werden, wiederum einen maßgeblichen Einfluss auf die Bewertung und Entlohnung dieser Beschäftigungen.

 

Venussymbol orangeNun entscheiden sich überproportional wenige Mädchen und Frauen für eine Laufbahn im Bereich IT und Technik bzw. MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Und das, obwohl wir in einer Zeit der Digitalisierung und des Klimawandels leben und sozialen Herausforderungen auch und besonders durch Innovationen in diesem Bereich begegnen. So betrug der Frauenanteil laut Zusatzbericht der Studierenden-Sozialerhebung 2019 vom Institut für höhere Studien (IHS) im Studienjahr 2018/19 an Österreichs öffentlichen Universitäten 22 % in den Bachelorstudien Informatik und Kommunikationstechnologie (IKT), 23 % im Ingenieurwesen und verarbeitendem Gewerbe und 24 % in MINT-Studien an den Fachhochschulen (FH). In anderen Ausbildungsfeldern betrug der Frauenanteil 59 %, in den Pädagogikstudien sogar 70 %.

Dabei bieten Berufe im MINT-Bereich viele Karrieremöglichkeiten, hohes Gehalt und sichere Arbeitsplätze. Die Tatsache, dass Frauen in diesen Berufen unterrepräsentiert sind, macht den Gender-Pay Gap größer und trägt dazu bei, dass Frauen aufgrund geringer Pensionen häufiger unter Altersarmut leiden. Gleichzeitig herrscht hier seit Jahren ein Fachkräftemangel.

 

Studien belegen die Bedeutung von Role Models

Icon StudieWeibliche Vorbilder in technischen Berufen können jungen Frauen beweisen, dass Technikkompetenz nicht ans Geschlecht gebunden ist. Sie können den Blick auf die persönliche Zukunft erweitern und dazu ermutigen, den eigenen Weg zu gehen.

Dass dies möglich ist, zeigen bereits mehrere internationale Studien. So kam eine US-amerikanische Studie (2020) zu dem Ergebnis, dass sich die Abschlussquote von Studentinnen der Ökonomie um 8% erhöhte, wenn diese während ihres Studiums erfolgreichen Absolventinnen ihres Fachbereichs begegnet waren. Eine französische Feldstudie (2021) konnte zeigen, dass bereits eine kurze Begegnung mit Frauen, die erfolgreich im MINT Bereich beschäftigt sind, die Studienwahl von Sekundarschülern und -schülerinnen maßgeblich beeinflusste Und auch eine Feldstudie IHS und FehrAdvice (2020) brachte hervor, dass das Interesse von Mädchen an MINT durch die Begegnung mit atypischen Vorbildern spielerisch gesteigert werden kann.

 

Was LEA erreichen will

 

Quellen: