Studienpräsentationen in Wien und Salzburg
23.09.2025
„Watch Out for Drop-Out!“
Am 18. September 2025 wurden in Wien in Anwesenheit der Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner (BMFWF) erstmals die Ergebnisse der neuen Studie „Watch Out for Drop-Out!“ vorgestellt und in einer Podiumsdiskussion von Expert:innen beleuchtet. In Salzburg wurde die Studie am 25. September gemeinsam mit der Gemeinderätin Sade Soyoye vorgestellt und in einem World Café diskutiert.
Premiere in Wien: Vorstellung der Studienergebnisse mit Podiumsdiskussion
Die Studie „Watch Out for Drop-Out!“ liefert zum ersten Mal Informationen darüber, warum und in welchem Ausmaß Frauen das MINT-Feld in Österreich verlassen. In Wien wurden die Ergebnisse der Studie im Rahmen einer Veranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion erstmals vorgestellt: Nach der Begrüßung durch LEA-Direktorin Mirela Memic und Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, präsentierte die Projektleiterin Tanja Schüberl (LEA) gemeinsam mit den Forscher:innen Andrea Leitner (IHS) und Nadja Bergmann (L&R Sozialforschung) die zentralen Ergebnisse der Studie.
Podiumsdiskussion: Stimmen aus der Praxis
Im Anschluss an die Präsentation wurde das Thema unter der Moderation von Corinna Perchtold von einem Expertinnenpanel vertiefend diskutiert. Die Vertreterinnen aus Wirtschaft, Forschung, Lehre und Bildung beleuchteten die Ergebnisse aus ihren Fachbereichen:
- Sabine Seidler, Altrektorin TU Wien, Professorin für Nichtmetallische Werkstoffe, MINT-Beauftrage der Stadt Wien
- Natalie Atzenberger, Koordinatorin für Equality, Diversity & Inclusion (EDI) bei STRABAG
- Alena Petric, HTL-Absolventin, Obfrau HTL-AbsolventInnenverein, aktuell bei MINTality-Stiftung
- Rebecca Sakka, Lehrlingsausbilung bei Siemens Mobility Wien
Der MINT-Drop-Out ist nicht nur ein individuelles, sondern vor allem ein strukturelles Problem, das Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Gesellschaft und Politik gleichermaßen betrifft. Entscheidend für den Verbleib von Frauen im MINT-Bereich ist daher eine nachhaltige Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen. Die Studie identifiziert Handlungsfelder auf Ausbildungs- und Betriebsebene sowie auf gesellschaftlicher Ebene.

Ausbildungsebene
- Gleichstellung an Lern- / Ausbildungsorten fördern
- Inkludierende Studieneingangsphasen in der Hochschule
- Weibliche Vorbilder sichtbar machen
Betriebliche Ebene
- Unternehmen verantwortlich für faire, sichere, diskriminierungsfreie Rahmenbedingungen (Karrierewege, Gehaltsmodelle, Respekt)
- Betriebsrat & Personalvertretung als wichtige Akteure
Gesellschaftliche Ebene
- Rollenbilder & Geschlechterzuschreibungen hinterfragen (frühkindlich bis Berufsorientierung)
- Initiativen ausbauen
- Um- und Wiedereinstiegsmöglichkeiten für Frauen innerhalb von MINT stärken
In einem zentralen Punkt waren sich die Expertinnen einig: Auch wenn die Ergebnisse der Studie in Teilen ernüchternd sind, eröffnen sie zugleich wertvolle Chancen, denn neue Fakten liefern überzeugende Argumente und konkrete Ansatzpunkte, um positive Veränderungen anzustoßen.
Studienpräsentation in Salzburg mit World Café
Am 25. September wurden auch in Salzburg die Studienergebnisse präsentiert und diskutiert. Nach den Begrüßungsworten von Salzburger Gemeinderätin Sade Soyoye und LEA-Salzburg Standortleiterin Stefanie Hofer gaben gab auch hier unter der Moderation von Corinna Perchtold die LEA-Projektleiterin gemeinsam mit Claudia Sorger vom Forschungsteam Einblicke in die zentralen Ergebnisse.
Herzstück der Veranstaltung war das anschließende World Café: Vertreter:innen aus Wirtschaft, Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialpartnerschaften diskutierten die Studienergebnisse intensiv und brachten unterschiedliche Perspektiven ein.
Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:
- Sexismus und männlich geprägte Organisationskulturen stellen weiterhin eine zentrale Herausforderung dar.
- Best Practices und niederschwellige Zugänge zu MINT müssen ausgebaut werden.
- Authentische Sichtbarkeit von Frauen in MINT muss gestärkt werden – z.B. durch Role Models, Buddy- und Mentoring-Programme.
- Früh ansetzen – Kindheit als Schlüsselzeit für strukturelle Veränderungen.
Den vollen Studienbericht und eine grafisch aufbereitete Zusammenfassung findest du hier.