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Watch Out for Drop-Out! Die Studienergebnisse

18.09.2025

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Warum und in welchem Ausmaß Frauen das MINT-Feld verlassen

Mit der neuen Studie „Watch Out for Drop-Out!“ liegt erstmals eine umfassende Datenanalyse zum Ausstieg aus MINT-Ausbildungen und -Berufen in Österreich aus Geschlechterperspektive vor. Am 18. September 2025 wurden die Studienergebnisse in Anwesenheit von Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner offiziell präsentiert.

Bisherige Studien haben vor allem den Eintritt von Frauen in MINT untersucht – zum Verbleib oder Ausstieg gibt es in Österreich jedoch kaum Forschung. Die Studie „Watch Out for Drop-Out!“ setzt folglich hier an: Sie analysiert sowohl die Ausstiegsquoten entlang der Bildungs- und Berufsstationen als auch deren Ursachen. Abschließend werden Handlungsfelder für zielgerichtete Maßnahmen und nachhaltige Verbesserungen auf Ausbildungs-, Betriebs- und Gesellschaftsebene aufgezeigt.

Signifikantester MINT-Bildungsabbruch zwischen Schule und Studium

Entlang der Bildungskette zeigt sich, dass die meisten MINT-Bildungsabbrüche von Frauen zwischen dem Abschluss einer MINT-BHS und dem potenziellen Studium eines MINT-Fachs stattfinden – die Ausstiegsquote beträgt hier 85 %. Während 33 % der Männer nach einer MINT-BHS ein MINT-Studium aufnehmen, sind es bei Frauen also 15 %. Entsprechend schließen lediglich 3 % aller Frauen, die eine MINT-BHS begonnen haben, auch ein MINT-Studium ab (Männer: 7 %).

Auffallend ist, dass Frauen in allen anderen Bereichen durchwegs höhere Bildungserfolge erzielen, in MINT jedoch hinter den Männern zurückbleiben. Als Gründe für die Bildungsabbrüche gaben die befragten Frauen an, ihre Ausbildung als belastend zu empfinden, berichteten von Andersbehandlung aufgrund des Geschlechts, von negativen Erfahrungen im sozialen Umfeld (durch Lehrpersonen und Klassengemeinschaft) und nahmen die die eigene Kompetenz als unzureichend wahr.

Die „Leaky-MINT-Pipeline“ zeigt anschaulich, wie die Zahl der Frauen entlang der Bildungskette schrumpft (Q: Abb. 2 im LEA-Studienbooklet „Watch Out for Drop-Out!“, S. 11)

69 Prozent Berufsaussteigerinnen in MINT

Die Studienergebnisse belegen auch einen deutlichen Gender Gap bei den MINT-Berufsabbrüchen. Weniger als ein Drittel (31 %) der Frauen, die eine MINT-Ausbildung absolviert haben, sind auch beruflich im MINT-Feld tätig – bei den Männern sind es 57 %. Eine zusätzliche Regressionsanalyse zeigt zudem: Frauen haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko, ihren MINT-Beruf wieder zu verlassen, als Männer.

Zitat einer Studienteilnehmerin.

Während bei MINT-Bildungsabbrüchen auch subjektive Wahrnehmungen der Anforderungen und der eigenen Kompetenz zentrale Ausstiegsfaktoren darstellen, sind die Gründe bei MINT-Berufsausstiegen stärker von strukturellen Bedingungen geprägt.

Als Gründe für Berufsabbrüche werden primär die Unzufriedenheit mit Arbeits- und Rahmenbedingungen, fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten und tief verankerte geschlechtsbezogene Ungleichheiten, die auf männlich geprägte Organisationskulturen zurückzuführen sind, angegeben.

Fazit: Strukturelle Rahmenbedingungen und männlich geprägte Betriebskulturen sind die wesentlichen Faktoren für den Ausstieg von Frauen aus dem MINT-Feld. Es reicht nicht, nur den Zugang in den MINT-Bereich zu verbessern, wenn es nicht gelingt, Frauen nachhaltig dort zu halten.

Downloads

Die Studie wurde im Auftrag des Österreichischen Fonds zur Stärkung und Förderung von Frauen und Mädchen seitens L&R Sozialforschung und dem Institut für Höhere Studien (IHS) durchgeführt.

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